Kollektivbibliothek + das Anarchistische Infocafé präsentieren:

Montag, 23.Dezember ab 20 Uhr mit Snacks und Schokolade

Buchvorstellung und Debatte mit einer Aktivistin über die Gelbwestenbewegung (Mouvement des Gilets Jaunes)

“Der Aufstand der Gelbwesten ist nicht vorbei – im Gegenteil, er scheint der Anfang von etwas zu sein, dem ein libertärer Zauber innewohnt”.

Die »Gilets Jaunes« haben die Gräben, die Frankreich zerreißen, schlagartig ausgeleuchtet: zwischen gleißender Metropole und vergessener Provinz; zwischen denen, die von der Abschaffung der Vermögensteuer profitieren, und denen, die auch mit Job kaum über die Runden kommen; zwischen denen mit allen Möglichkeiten und denen im gnadenlos ratternden Hamsterrad des Überlebens. Die »Ökosteuer« auf Benzin war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat:

Die Unzufriedenheit über massive soziale Ungerechtigkeit und eine undemokratische Präsidialherrschaft explodierte und wurde rasch zu einer beflügelnden und konstruktiven Wut. Die Forderungen nach echter demokratischer Teilhabe, sozialer Gerechtigkeit und wirkungsvoller Umweltpolitik einigen die äußerst heterogene Bewegung: Sehr unterschiedliche Segmente der französischen Gesellschaft entdecken bei den Gelbwesten ihre Gemeinsamkeiten, lernen sich kennen und respektieren, agieren zusammen und bilden seither ein neues politisches Subjekt, das sich nicht festlegen oder vereinnahmen lässt: Städtische Intellektuelle und rebellierende Jugendliche aus der Banlieue kommen zusammen, schwarze Nannys aus Paris und weiße Arbeitslose aus der Provinz, Anarchist*Innen, Gewerkschafter*innen und bisher unpolitische Kleinbürger*innen. Von Anfang an hat sich die gelbe Bewegung auch mit bestehenden Kämpfen verbunden.

Der Erfolg: Der Generalstreik, für den 5.12. von den Gewerkschaften ausgerufen, fällt mit Blockaden, z.B. von Raffinerien, Schulen und Uni-Instituten, wilden Demos, Generalversammlungen etc. weitaus radikaler, breiter und dauerhafter aus, als es sich Gewerkschaftsführungen oder Regierung in ihren schlimmsten Albträumen ausgemalt haben dürften.

Sinema Jazeera Dienstag, 17.12.2019 / ab 20:00 Uhr

“Maroonend in Iraq / Gamgashtei dar Aragh / Verloren im Iraq”
Iran 2002, Regie: Bahman Ghobadi – kurdisch mit engl. UT, 97 Minuten

Der iranisch-kurdische Musiker Mirza begibt sich an der Grenze zwischen Iran und den schneebedeckten Berge des nördlichen Irak mit seinen beiden etwas klamaukig, erwachsenen Söhnen auf die Suche nach seiner früheren Frau Hanareh, die in Not gerate n ist.
Auf ihrem oft komischem, aber zunehmend bedrückendem Trip begleitet sie das Dröhnen von Saddam Husseins Kriegsmaschinerie, die sich mit Bomben- und Giftgas an die Vernichtung, genannt “Operation-Anfal”, der irakischen Kurd*innen macht.
Nach langer Suche endlich angekommen in einem überfüllten Geflüchtetenlager wird jeder von ihnen etwas finden, etwas, womit er am wenigsten gerechnet hat.
Mit “Verloren im Irak” lieferte Ghobadi nach “Zeit der trunkenen Pferde” abermals ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Zukunft der Kurd*innen die als Minderheit im Iran, der Türkei, dem Irak und Syrien lebt.

Der Tresen ist ab 19.30 Uhr offen, mit veganen Schnittchen und Knabbereien.

Anarchistische Infocafé
Montag, 9.12.2019 / 20:00 Uhr

Infoveranstaltung der Kampagne

„Freiheit für Yildiz – defend feminism”

zum aktuellen 129b Verfahren gegen die Feministin Yildiz Aktaş

Oktober 2019: Der türkische Staat führt einen Invasionskrieg gegen die Selbstverwaltung in Nordostsyrien. Auch in der Türkei selbst wird gegen die kurdische Zivilbevölkerung und Abgeordnete, Kritiker*innen, LGBTQI*s, uvm. brutal vorgegangen, die Zahl der politischen Gefangenen steigt täglich. In Deutschland wird zeitgleich der Widerstand gegen die Vernichtungspolitik der türkischen Regierung kriminalisiert.

Am 25.10.2019 begann der Prozess gegen die Aktivistin Yildiz Aktaş im Kammergericht Berlin-Schöneberg. Sie wird  als Mitglied einer „terroristischen Vereinigung im Ausland” (hier: PKK) angeklagt. Yildiz ist Vertreterin der kurdischen Frauenbewegung und somit auch Teil der Opposition gegen Erdogan und bekam 2012 politisches Asyl in Deutschland. Nun wird sie hier aufs Neue verfolgt. Ihr ganzes Leben setzte sie sich für Feminismus, Antifaschismus und Selbstbestimmung ein. Ihre Biographie ist geprägt von staatlicher und patriarchaler Gewalt, aber auch von Solidarität und feministischen Kämpfen.

In unserer Infoveranstaltung wollen wir einen Überblick zu den rechtlichen Vorbedingungen und politischen Inhalten des Verfahrens geben und uns gemeinsam mit Euch darüber austauschen wie wir Solidarität zeigen können!

Wer Lust hat kann gerne ab 17:30 Uhr zum Gemüseschnippeln kommen.
Ab 19:30 Uhr gibt es veganes Essen für Alle auf Spendenbasis.