Sinema Jazeera
Dienstag, 20.3.2018 / ab 20:00 Uhr


“The white balloon – badkonake sefid”

Iran 1995, Regie: Jafar Panahi
farsi mit engl. UT, 80 Minuten

Die junge Razieh wünscht sich nichts sehnlicher als einen Goldfisch zu Newroz, der traditionell Bestandteil des iranischen Neujahrsfestes am 21. März ist.
Mit unnachgiebiger Penetranz schwätzt sie ihrer Mutter den letzten 500 Toman-Schein ab, um damit den 100 Toman teuren Fisch zu erstehen. Doch durch ihre Ungeschicktheit geht dieser verloren und sie macht sich mit Hilfe ihres Bruders auf die verzweifelte suche danach…
Sorgfältig in langen Einstellungen inszeniert, besticht der sympathisch unspektakuläre Debutfilm vor allem durch den Charme der Geschichte mit seinen kleinen beiläufigen Beobachtungen. Doch dann sind da diese Zwischentöne, die einen faden Beigeschmack haben und die in den folgenden Filmen zu Panahis zentralem Thema wurden. Denn von nun an machte er explizit politische und systemkritische Filme für die er 2010 zu 6 Jahren Haft und zu 20 Jahren Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt wurde.

Der Tresen ist ab 19.30 Uhr offen, mit veganen Schnittchen und Knabbereien. Eintritt: Spende.

Anarchistisches Infocafé

Anarchistisches Infocafé

Montag, 12.3.2018 / 20:00 Uhr

Anlässlich des 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen, zeigen wir den Film:

“Im Namen des Vaters”

Irland/GB 1993, Regie: Jim Sheridan, Sprache: deutsch, 133 Minuten

Nicht nur im Zuge des G20 in Hamburg werden Menschen ohne Beweise zu Knaststrafen verurteilt oder sitzen monatelang in Untersuchungshaft. Die Geschichte ist voll solcher Beispiele politischer Justiz. Der Film “Im Namen des Vaters” basiert auf der wahren Geschichte der Guildford Four, einem besonders krassen Beispiel juristischer Willkür. Die Guildford Four wurden mit Hilfe erzwungener Geständnisse unschuldig zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt, weil die britische Polizei Erfolge im Zusammenhang mit einer Bombenserie der IRA vorweisen muss. Nach 15 Jahren Haft wurde der Prozess neu aufgerollt.

Wer Lust hat kann gerne ab 17:30 Uhr zum Gemüseschnippeln kommen.
Ab 19:30 Uhr gibt es veganes Essen für Alle auf Spendenbasis.

Montag, 26.3.2018 / 20:00 Uhr

Infoveranstaltung: Solidarische Landwirtschaft (Solawi)


Solidarische Landwirtschaft (Solawi) gewinnt an Bekanntheit und Bedeutung – endlich! Mittlerweile sind in Deutschland rund 170 Höfe im Solawi-Netzwerk verbunden, und viele weitere Initiativen wollen loslegen.

Solawi bedeutet: Menschen verbinden sich mit einem Hof und werden gegen einen festen monatlichen Geldbetrag sowie Hilfe bei der Landarbeit mit dem beliefert, was der Hof hergibt. Das sorgt für Marktunabhängigkeit, die Vergemeinschaftung von Agrarflächen und für einen Lebensmittelanbau, der nicht nur bio und divers ist, sondern auch faire Arbeitsbedingungen für die Gärtner*innen und Bäuer*innen schaffen soll.

Ein Mitglied des Projekts Spörgelhof wird das Konzept Solawi vorstellen und dann darlegen, warum eine vernünftig eingerichtete Gesellschaft Solawi braucht, und dass Solawi gleichzeitig ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zu einer vernünftigen Gesellschaft ist.

Wer Lust hat kann gerne ab 17:30 Uhr zum Gemüseschnippeln kommen.
Ab 19:30 Uhr gibt es veganes Essen für Alle auf Spendenbasis.

Sinema Jazeera Extra
Freitag, 9.3.2018 / ab 20:00 Uhr

BDS Berlin ist heute zu Gast und zeigt im Rahmen der diesjährigen

“Israeli Apartheid Week” (IAW)

den Dokumentarfilm “Roadmap to Apartheid”


Frankreich 2012:  Regie: Ana Nogueira & Eron Davidson – in Kooperation mit Nathaniel Michael Cunningham, Orig. mit dt. UT, Overvoice engl.: Alice Walker, 95 Minuten

Die Regisseur*innen werfen erstmals einen detaillierten Blick auf die Apartheid-Analogie, die üblicherweise zur Beschreibung des israelisch-palästinensischen Konflikts verwendet wird. Von Alice Walker (Autorin von The Color Purple) erzählt, ist Roadmap to Apartheid ein ebenso historisches Dokument über den Aufstieg und Fall der Apartheid in Südafrika wie ein Film darüber, warum viele Palästinenser*innen das Gefühl haben, heute in einem Apartheid-System zu leben, und warum immer mehr Menschen auf der ganzen Welt mit ihnen übereinstimmen.

Die Apartheid-Analogie ist zwar nicht perfekt, aber sie ist ein nützlicher Rahmen, um die Menschen über die komplexen Probleme, mit denen Israelis und Palästinenser*innen konfrontiert sind, aufzuklären. Der Film beschäftigt sich mit diesen Fragen und vergleicht die vielen ähnlichen Gesetze und Werkzeuge, die sowohl von Israel als auch von Südafrika aus der Apartheid-Ära verwendet werden. Das Publikum wird sehen, wie das Leben der Palästinenser*innen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Israel aussieht, während es mit Hilfe angesehener Analyst*innen ein tieferes Verständnis für die Situation gewinnt. Mit Archivmaterial und Anekdoten von Südafrikaner*innen bildet der Film ein vollständiges Bild davon, warum die Analogie immer häufiger und stärker genutzt wird.

Mit anschließender Info- und Diskussionsmöglichkeit zu Film und der internationalen BDS-Kampagne.
BDS Berlin versteht sich als Teil der weltweiten BDS-Bewegung, die dem Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft von 2005 folgt. BDS steht für Boycott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina, solange bis Israel internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt.

Der Tresen ist ab 19.30 Uhr offen, mit veganen Schnittchen und Knabbereien.
Eintritt: Spende.

Sinema Jazeera Dienstag, 6.3.2018 / ab 20:00 Uhr

Sinema Jazeera
Dienstag, 6.3.2018 / ab 20:00 Uhr

••• “At five in the afternoon – Panj é asr” •••

Afghanistan 2003, Regie: Samira Makhmalbafdari mit engl. UT, 102 Minuten

Afghanistan nach dem Sturz des Taliban-Regimes. Noqreh, eine junge Frau, lebt mit ihrem Vater, ihrer Schwägerin Leilomah und deren krankem Kind in dem vom Krieg weit gehend zerstörten Kabul. Große Hoffnungen verbinden sie mit der Rückkehr von Noqrehs Bruder aus Pakistan, denn die Familie lebt in bitterer Armut. Auf der Suche nach einer festen Bleibe zieht die Familie von Provisorium zu Provisorium. Während der sehr konservativ eingestellte Vater voller Verzweiflung die “gottlos” gewordene Stadt verlassen möchte, gibt Noqreh ihren Traum von einer besseren Zukunft nicht auf. Heimlich besucht sie eine neu eröffnete Mädchenschule und ist von der Vision fasziniert, einmal Präsidentin von Afghanistan zu werden.
Der im Detail äußerst präzis beobachtete, ausschließlich mit Laiendarstellern besetzte Film ist realistisch und symbolisch zugleich, verweigert sich mit seinem bitteren Finale aber jeder schnellen Hoffnung auf eine Besserung der Zustände.

Der Tresen ist ab 19.30 Uhr offen, mit veganen Schnittchen und Knabbereien.
Eintritt: Spende.